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Selig – und endlich unendlich

Autor: Karsten

 

Wenn ich mich an das Jahr 1999 erinnere dann fällt mir neben dem ganzen nervigen Millennium Gequatsche noch eines schmerzhaft ein: Selig trennten sich und das nach gerade drei Studioalben. Vorbei war es mit der Ausnahmeband, die auf Deutsch sang (was damals noch nicht so selbstverständlich war) und einfach nur gute und vor allem andere Musik machte. Wer erinnert sich nicht gerne an „Ohne Dich“ oder „Wenn ich wollte“. Dieser eigene Sound war Vergangenheit und obwohl nie vergessen, so ging das Musikleben weiter.

Jetzt 2009 dann die große Überraschung und Freude, denn fast 10 Jahre nach dem Ende, hat die Hamburger Band in der Originalbesetzung wieder zueinander gefunden hat. Das somit vierte Album „und endlich unendlich“ ist dementsprechend heiß erwartet und wird wahrscheinlich besonders kritisch beäugt. Mit der ersten Auskopplung „schau schau“ konnten wir zwar vorab schon einen kleinen Eindruck bekommen, der aber meiner Meinung nach nicht ansatzweise aussagt, WAS uns alles erwartet.

Selig sind reifer geworden, was ihrem musikalischen Sein aber nicht geschadet hat. Wirkt die Scheibe beim ersten hören zuerst ruhiger, so handelt es sich hier nicht um eine melancholische, ruhige allerlei Platte. Ganz und gar nicht. Kraftvolle Songs sind ebenso vertreten, wie die ruhigeren die beim genaueren hinhören gar nicht so still sind, wie sie zuerst schienen. Die Songs sind – für mich – überraschend positiv und das Zusammenspiel der Musik mit Plewkas Stimme geben einfach ein gutes Gefühl. Weiß Plewka doch mit seiner Stimme Emotionen und Momente zu vermitteln. Wobei das spielerische Können seiner Kollegen nicht unerwähnt bleiben soll. Perfekt aufeinander abgestimmt, gefällt mir der Wechsel der Tempi und Melodien wunderbar. Geigen und weitere klassische Musikinstrumente sind eh mein Freund, wenn denn gut eingesetzt und nicht auf „Tränendrüse“ getrimmt, was hier nicht der Fall ist, sondern im Einklang schlicht Freude bereitet. Auch meine eigentlich fast immer gehassten Gitarrensolos machen Spaß. Selig beweisen, dass man diese auch ohne Nervfaktor und „in Vordergrund drängeln“ einsetzten kann. Die gute alte „Doors Gedächtnis Orgel“ ist, wie immer, auch bestens eingebaut!

Für mich macht sich das Gefühl nach Sommer, Sonne und dem Sein breit und je öfter ich die Songs höre, umso mehr vertieft sich dieses.

Überhaupt scheint es, als ob die Band nie getrennt war und musikalisch einfach zusammen gehört. Passend hierzu folgendes aus dem Pressetext: Neander: “Wie das mit Selig funktioniert, das ist einfach ein Geschenk, das man annehmen muss. Wir haben ja in der Zwischenzeit viel Musik gemacht, in den unterschiedlichsten Konstellationen.“ Und Eggert:“ Es war eine ganz tolle Erfahrung, wie wir gemerkt haben, dass in dieser Band jeder wie geschaffen ist für sein Instrument.“ Plewka ergänzt: „Und plötzlich war einfach so unser spezieller Sound wieder da. Und ich hab überhaupt erst kapiert, warum die Leute damals so ausgeflippt sind.“

Mein Favoriten ganz klar „Wir werden uns Wiedersehn“, „Die alte Zeit zurück“ „Traumfenster“ und „Du siehst gut aus“ und sind daher auch dringende Anspieltipps!

Fazit: Mich überzeugt „und endlich unendlich“ textlich, musikalisch und künstlerisch auf ganzer Linie. Meine Damen und Herren SELIG sind wieder da und wenn es zehn Jahre dauern sollte, um dieses Album genießen zu können, dann war es die Zeit wert! Freut euch auf einen guten Sommer, der von dieser Band begleitet werden sollte! Ich bin begeistert und gebe 9/10 Punkte – die ich im Übrigen äußerst selten vergebe. Danke an die Band das ihr meine Erinnerungen mit und von euch nicht mit einem „blabla Album“ zerstört hab. Schön das ihr wieder da seit!

Tracklist:

1. Auf dem Weg zur Ruhe
2. Wir werden uns wiedersehen
3. Schau Schau
4. Ich fall in deine Arme
5. Lang lebe die Nacht
6. Die alte Zeit zurück
7. Ich bin so gefährdet
8. Immer wieder
9. Der schönste aller Wege
10. Ich dachte schon
11. Du siehst gut aus
12. Traumfenster

www.selig.eu

 

 

 

 

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