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Marteria – Zum Glück in die Zukunft II

Marteria-Reviews gibt es wie Bärte im Sudan, deshalb werde ich mich kurz halten und nur das (meiner Meinung nach) wichtigste hervorheben.

Da ist es endlich.
Voller Spannung öffne ich die .rar-Datei – ähhhm ich meine natürlich das Amazon-Päckchen.
So viele Fragen schwirren durch meinen Kopf:
– Wird das Album so gut wie das letzte?
– Was für Features werden vorhanden sein?
– Warum liegt hier Stroh rum?

Es geht los – ein schöner oldschooliger Beat im Intro macht schon mal Lust auf mehr – und „mehr“ ist in diesem Fall der allseits bekannte Über-Track „Kids“.
Auch wenn man den Song bereits in- und auswendig kennt, könnte der Start des Albums nicht besser sein.
Denke ich mir – bis der Bass vom nächsten Song einsetzt. „OMG“ denke ich nur. Der gleichnamige Track haut mich aus den lila Wolken und ich beginne vor’m Monitor zu tanzen.
Während Marteria sich die Frage stellt, wie er bloß in den Himmel kommt, kriegen meine Nachbarn sich nicht mehr ein vor Lachen auf Grund meiner Tanz-„Künste“.

(ACHTUNG! Unter dem Video geht es weiter)

Marteria mit seinem Video zum Song Kids

Von jetzt an wird das Album ruhiger und die Gefahr, erneut Tanzen zu wollen, verfliegt zum Wohle meiner Nachbarn. Ob das aber wirklich besser so ist, sei mal dahingestellt.
Die Stimmung macht nämlich so stark kehrt, dass ich mich beim Track „Die Nacht ist mit mir“ beinahe beim depressiv werden erwische. „Jeder Schluck macht *Glück Glück Glück*“ – Nur Marteria schafft es, bittere Wahrheiten mit wenigen Worten so intensiv darzustellen.

Es bleibt ein paar Tracks lang ruhig und intensiv – bis mich endlich der „Bengalische Tiger“ anspringt, der mit seinen Brüdern die Straßen von Blaulicht-Zebras reinigt.
Hier spielt Marteria klasse mit dem Beat und baut eine unglaubliche Spannung auf. Die verfliegt nur leider sofort wieder als der nächste Titel „Eintagsfliege“ einsetzt.

An dieser Stelle fällt mir auf, dass die Titel so geordnet sind, dass auf keinen Fall Stimmung aufkommt. Immer wenn man gerade kurz davor ist, oben ohne auf den Tresen zu springen, kommt der nächste Track und schleudert dich sofort wieder auf den Boden zurück – ob das Absicht ist oder nicht weiß ich nicht, ich empfinde es jedenfalls als negativ.

Mir persönlich wird das Album an dieser Stelle – zumindest was die Beatwahl betrifft – zu ruhig und ich überlege was ich zu Abend essen soll – bis er erscheint: Der grüne Retter der Stimmung – Marsimoto. In „Auszeit“ featured Marteria sein zweites Ich und beweist wieder mal seine Vielfältigkeit. Endlich wieder ein lebendiger Beat – vom Feinsten!
Das anschließende „Welt der Wunder“ ist ein ruhiges Ding der besseren Sorte, welches mich ordendlich zum Nachdenken bringt. Die Kombination mit meinem auf Grund der gestrigen Reeperbahn-Entdeckungstour entstandenen Kater zwingt mich allerdings zum nächsten Titel – heute Abend wird mir der Track aber sicher gefallen.

(ACHTUNG! Unter dem Video geht es weiter)

Marteria mit seinem Video zum Song OMG!

Wie groß Marterias Liebe zu seiner Heimatstadt ist, sollte spätestens beim Track „Mein Rostock“ klar sein. Da Rostock mich aber so sehr reizt, wie ein Platz in der ersten Reihe beim Onkelz-Comeback, geht’s weiter zum nächsten Track.

Und das war definitiv die beste Entscheidung die ich treffen konnte. DA IST ER! Da ist der heißersehnte MEGA-TRACK!!!
„Ich schlaf in meinen Jeans“ weckt nicht nur erneut den verzweifelten Tänzer in mir, sondern auch die ruhenden Kollegen auf dem ohlsdorfer Friedhof ein paar Blöcke weiter.
Jetzt schon mein Lieblingstrack des Albums, welcher auch von den restlichen Bonustracks nicht mehr getoppt werden kann.
Mir läuft wie in „Nie in New York“ die Zeit davon, daher schließe ich nun das Kapitel „Zum Glück in die Zukunft 2“.

Fazit:
Insgesamt hätte ich mehr Party-Tracks erwartet und war auf Grund der überwiegend ruhigen Songs etwas enttäuscht. Ich denke aber das liegt nur daran, dass ich immernoch auf der „Lila Wolke“ schwebe. Denn streng genommen war der erste Teil Marterias „Zum Glück in die Zukunft“ auch weitgehend ruhig – und genaus das + die intensiven Texte zeichnet den Allrounder ja aus. Man sollte sich also nochmal mit dem ersten Teil warmhören – dann kommt Teil zwei noch geiler.
Textlich wieder sehr intensiv – vieles regt zum Nachdenken an. Und vorallem viel emotionaler als noch der erste Teil, bei welchem mehr die Unterhaltung als die Gefühlsduselei im Vordergrund stand.

Alles in allem der typische Marteria!

Er schießt völlig berechtigt auf die Eins der Albumcharts.

Holt euch das Ding.

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