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Marteria – Zum Glück in die Zukunft

Autorin: Maren

 

Zu meiner großen Schande muss ich gestehen, dass Marteria bisher wohl an mir vorbeigeschlittert ist, bis zu der Wiederholung einer Inas Nacht Aufzeichnung. Dort hörte ich „verstrahlt“ und meine Aufmerksamkeit wurde geweckt. Nicht einmal 24 Stunden später begegnete mir Marteria wieder bei der Übertragung seines Auftritts vom SPLASH! Festival und danach war Eines ganz klar – die aktuelle Scheibe „Zum Glück in die Zukunft“ sollte genauer betrachtet werden. Denn ein Auftritt kann mit allen Effekten und drum herum begeistern, doch stellt sich die Frage, was danach übrig bleibt, wenn man es pur auf Kopfhörern hört. Vorab gesagt, bei mir ist es pure Begeisterung.

 

Marteria ist für mich von Rap, wie man ihn kennt, weit entfernt und wer hier Standard Floskeln sucht, wie „ alle sind böse“ „ich hab es so schwer“ „ich bin der Obermacker und alle Frauen müssen mich lieben“ und dem ganzen Blabla, wird hier an der falschen Adresse sein. Sicherlich handelt es sich hier mehr um sprechen als rappen und ich hörte auch schon einmal, dass er auf manche Menschen zu ruhig wirkt, mir jedoch gefällt gerade dieses. Denn jedes Wortspiel kommt so klar und deutlich, dass diese tiefe eingängige und plump gesagt einfach tolle Stimme gepaart mit dem einzigartigen Sound dieses Album zu einem Gesamtkunstwerk wird. Tiefe Bässe, hier und da ein verstecktes oder gerade herausgespieltes Sample („z. B. Marteria Girl“), Drums, Elektrobeat, Synthesizer, Orchester und die wechselnden Tempi und Tönen ziehen einen bei jedem einzelnen Song erneut in den Bann. Hier haben Marteria und The Krauts ganze Arbeit geleistet. Keine Frage!

 

Neben dem hervorragendem Sound finden sich auch einige Bekannte wieder, die ihre Stimme zum Besten geben. Namen wie Jan Delay, Peter Fox, Miss Platnum, Casper und Yasha werden perfekt eingesetzt, wie es passender kaum geht.

 

Inhaltlich hat man das Gefühl eine solche Bandbreite verschiedensten Themen um die Ohren geschlagen zu bekommen, die so klasse inszeniert sind, das auch wenn man das Rad nicht neu erfinden kann, es doch verdammt runder erscheint.

 

Die Cd startet stark mit „Endboss“, wo wir witzig verpackt mit bekannten Mario Brothers „Geräuschen“ (ja die Töne erkenn ich alte 2D Spielerin doch) mal kurz Marterias Bio zum Besten bekommen, gefolgt von dem wundervollen „verstrahlt“. Kann man jemanden ein netteres Kompliment machen? „Amys Weinhaus“ bezaubert, da die Geschichten der Menschen rund um Amy noch intensiver erscheinen, seitdem eine gewisse namentlich ähnliche Person nicht mehr unter uns weilt. Doch kaum ist man in dem einen Song gefangen kommt der nächste. Es gibt eigentlich keinen Song der schwächelt, da jeder auf seine eigene Art intensiv ist und im Gedächtnis verweilt. „Wie mach Ich Dir das klar?“, „Louis“, „alles verboten“ oder „Kate Moskau“ alles so schöne Geschichten aus dem Leben, bis zum guten Schluss „Sekundenschlaf“. Es macht Spaß zuzuhören und man möchte sofort wieder starten. Was man macht. Denn Sätze wie, „Denk‘ ich bin ein Star, alles dreht sich um mich, häng‘ an der Bar, alles dreht sich um mich.“ – herrlich! Ja mit der deutschen Sprache kann man wundervoll spielen und sie gezielt einsetzen, beeindrucken und die Welt für einen Moment anhalten.

 

Fazit: Ich hoffe weiterhin, so viel gute Musik seitens Materia hören zu dürfen. Selbst wenn er beschließt morgen beruflich andere Wege einzuschlagen, so haben wir hier ein großartiges Album für die Nachwelt. Ich freue mich, dass es Menschen gab und gibt, die diesen Weg gegangen sind und an dieses Album und Marteria geglaubt haben und ihren Sound, ihre Stimme und ihre Ideen dazugegeben haben– denn es war sicherlich ein Risiko. Oder gerade wegen dem „anderen“ Sound ein Garant zum Verkauf? Ich jedenfalls kann jeden „Zum Glück in die Zukunft“ nur ans Herz legen. 9 ½ /10 Punkten

 

Tracklist:

1. Endboss

2. Verstrahlt feat. Yasha

3. Amys Weinhaus

4. Du Willst Streiten

5. Wie Mach Ich Dir Das Klar feat. Jan Delay

6. Marteria Girl

7. Louis

8. Kate Moskau

9. Alles Verboten feat. Casper

10. Veronal (Eine Tablette Nur) feat. Miss Platnum

11. Seit Dem Tag Als Michael Jackson Starb

12. Sekundenschlaf feat. Peter Fox

 

 

www.marteria.com

www.myspace.com/marteria

 

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