MENÜ
Suchen

Konzertbericht: UB40 in Hamburg 04.12.2014

Autor: Marius

 

 

UB40 riefen an diesen Donnerstagabend ihre Fans zusammen, um das so gut wie jeden Monat stattfindende Reggaekonzert in der Fabrik in Hamburg Altona zu zelebrieren. So könnte man es als Reggaeliebhaber zumindest vermuten.
Schon nach dem Betreten der Halle wurde klar, dass dieser Abend wenig mit den Shows aus den Vormonaten gemeinsam haben sollte. Dies fiel schon unmittelbar daran auf, dass pünktlich um 9 Uhr die ersten One-Drops von UB40 angespielt wurden, da eine Vorband nicht angekündigt war.

Das Publikum diesen Abend glich nicht ansatzweise dem, das die letzten Monate Jah Cure und Tarrus Riley bejubelte. Es gab einen deutlich gehobenen Altersdurchschnitt, da der Eintrittspreis von 45 € wohl jüngere Besucher abschreckte. Zudem war das Publikum weniger multikulturell gemischt,  wie man es eigentlich von Reggaeveranstaltungen kennt. Dies lag vielleicht daran, dass UB40 einen deutlich poppigeren Reggae spielen und eher den Mainstream bedienen. Somit ließ das Gesamtbild der Veranstaltung einen schon zu neuen Wortkreationen wie „Schlager-Reggae“ verleiten und es war klar, dass dieses Konzert wenig mit dem jamaikanischen Roots-Reggae gemeinsam haben sollte.

Seit ihrer Gründung 1978 im britischen Birmingham sind die Bandmitglieder mittlerweile ein wenig in die Jahre gekommen. Nichts destotrotz war die Fabrik einigermaßen gefüllt und das Publikum lauschte interessiert und klatschend zu den Klängen der beiden Brüder Robin und Duncan Chambell. Diese scheinen sich wieder neuorientiert zu haben, um nach einer Abstinenz mit ihrer „Getting Over The Storm Tour“ Europas Bühnen zu erklimmen.

Nach einiger interner Probleme und Unstimmigkeiten verließ 2008 der 3. Bruder Ali Chambell mit einem weiteren Bandmitglied die Gruppe, was innerhalb der Crew doch einige Veränderungen mit sich brachte. Man kann sagen, dass der  unvergleichliche UB40 Sound, den viele mit ihrem größten Hit „Red Red Wine“ verbinden, durch den Verlust des Frontmans gelitten hat. Trotz alledem schaffte es die Band eine nette Atmosphäre aufzubauen, was auch unter anderem an den beiden Saxophonisten lag, die besondere Akzente setzten. Sie glänzten mit tollen Soloeinlagen und stellten eine enge Verbindung mit  dem Publikum her. Eine gelungene Abwechslung lieferte auch der Bassist, der bei einem Song das Mikrofon übernahm und im „Ragga-Muffin Style“ das Publikum anheizte. Hierbei wurde unter anderem die politische und soziale Haltung der Band durch die Kritik an der  US-Außenpolitik von George W. Bush deutlich.

UB40 spielten neben „Cherry Oh“, „Homely Girl“ und „Sing Your Own Song“ ihre größten Hits. Als  Zugabe gab den Song „Kingston Town“, den fast jeder Besucher mitsingen konnte und mit „Can’t Help Falling In Love“ wurden die Gäste, die einen zufriedenen Eindruck machten, in den Hamburger Winter entlassen.

 

 

 

 

Kommentar verfassen