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Review Pimf – Memo

Hallo ich bin Jonas

Vielen dürfte der hauptsächlich durch das VBT (Video Battle Turnier) bekannt gewordene Rapper Pimf bereits ein Begriff sein. Dennoch stellt er sich im Intro seiner Platte noch einmal höflich vor. Wir stufen dies als ersten Schritt einer ernst gemeinten Rap-Karriere ein und listen ihn deshalb noch Vorsichtig in der Rubrik Newcomer. Der wirklich große Hype um seine Person muss auch aktuell (leider) noch auf sich warten.
Ich selbst habe in Pimfs Single Alt und Jung längst einen meiner Lieblingstracks gefunden. Daher fiel es mir auch nicht schwer, eine Review über sein neues Album Memo zu schreiben.

Wie es sich in einem ordentlichen Gespräch gehört, stellt Pimf sich nicht nur selbst vor, sondern auch gleich seine Heimatstadt Hofgeismar (bei Kassel). Sehr gut erzogen, der junge Herr. Diese Small City hat wohl nur nicht allzuviel zu bieten, weshalb uns bereits in Titel drei klar gemacht wird, wie gerne sich Pimf Auf Achse befindet, um die Welt zu erkunden. Er lebt quasi

überall ein Stück, irgendwo halt weniger und Irgendwo halt nicht

Ich hoffe, der gute Jonas hat bequeme Schuhe dabei, denn das hört sich nach einem abenteuerlichen Trip durchs Leben an. Dies kündigte sich aber bereits früh in seinem Leben an, als der junge Pimf lieber seine Songs auf Papierflieger schrieb, statt für die Uni zu büffeln. Man könnte sagen, er möchte statt für das Lernen zu leben, lieber für das Leben lernen. Und das kann man nun mal nur in der Praxis. Durch den Drang, alles erleben zu wollen, kann die ein oder andere Nacht aber auch mal Schlaflos enden. Denn im Schlaf kann man zwar Träumen, diese aber nicht verwirklichen. Das muss auch Pimf schmerzhaft feststellen. Doch wer wirklich will, kann alles schaffen. Wem die Welt bisher zu groß war, wer seinen sicheren Hafen aus Angst vor Neuem nie verlassen konnte, wer nur altbewährtes wiederholte, kann mit etwas Mut seinen Koffer packen und ab nach Philadelphia.

(ACHTUNG! Unter dem Video geht es weiter)

Träume und Ziele haben auch Silus & Jamal, die beiden Hauptfiguren im gleichnamigen Song, deren Hiphop-geprägter Lebensstil die Allgemeinheit abschreckt.

Sie reden nicht von Rap, sondern rappen dir ihr Leben vor

Die fiktiven Figuren charackterisieren, wie die Liebe zu Hiphop Perspektivlosigkeit zu schaffen scheint. Oder hat die Perspektivlosigkeit die beiden zu Hiphop geführt? Das kann jeder interpretieren wie er möchte, wir sind schließlich nicht in Nordkorea. Ich wollte sowieso nur ein kurzes Feedback zu irgendeiner Platte geben – und nun philosophiere ich wieder Stunden vor mir her… Toll gemacht, Pimf! Klasse… So, zurück zum Album.

Auf einem meiner Lieblings-Beats des Albums zeigt Pimf, wie man die Welt allein durch seine Gedankenskraft schöner gestalten kann. Alles was es braucht ist eine Fata Morgana, die die Schattenseiten des Lebens überdeckt. Eine sehr schöne Vorstellung, wenn sich mehrere Menschen mit dieser Einstellung durch den Alltag bewegen würden.

Um das Hier und Jetzt nicht zu vergessen, schickt Pimf Schöne Grüße, bevor er ins Meer sticht und Richtung Horizont segelt. Der Weg dorthin ist nicht immer leicht, doch mit positiver Einstellung können wir entgegenkommende Hindernisse besser überwinden, bevor wir schlussendlich das Ende des Horizonts erreichen und fallen.

Gemeinsam mit Rap-Urgestein Damion Davis schleicht Pimf im vorletzten Track des Albums in Zeitlupe durch die genormte Welt, ehe er zum Abschluss noch einmal seinen Trip durchs Leben anhand von Erinnerungsfotos revue passieren lässt.

(ACHTUNG! Unter dem Video geht es weiter)

Tracklist:

01 – Intro

02 – Small City (feat. Umse)

03 – Auf Achse

04 – Irgendwo halt nicht

05 – Papierflieger

06 – Schlaflos (feat. Mortis)

07 – Philadelphia

08 – Silus & Jamal

09 – Fata Morgana

10 – Schöne Grüße

11 – Horizont

12 – Zeitlupe (feat. Damion Davis)

13 – Erinnerungsfoto

 

Fazit:

Pimf beweist, was er schon mit einigen früheren Tracks angedeutet hat: In ihm steckt wesentlich mehr als nur Battlerap. Der plötzliche Ausstieg aus dem VBT war also der richtige Weg, um sich auf echte Musik zu konzentrieren. Momentan befindet sich Pimf zweifellos in einer Selbstfindungs-Phase und lässt den Hörer gerne daran teilhaben. Dies tut dem Album sehr gut, da sich ein roter Faden sehr schnell findet. Leider wird es gegen Ende dann aber doch zu viel rumgereise durch die Welt, weshalb das ansonsten ganz starke Album leider ein wenig an Qualität einbüsen muss.

Insgesamt kann der noch so junge Jonas aber verdammt stolz auf seine Platte sein. Die melodischen Hooks gehen gut ins Ohr und auch textlich verfolgt man Pimf sehr gerne auf seinem Trip durchs Leben. Sein Stil lässt mich immer wieder starke Parallelen zu F.R. / Fabian Römer ziehen. Dieser spielt zwar momentan noch eine Liga höher als Pimf, das ist aber absolut nicht negativ anzusehen. Pimf hat seine große musikalische Karriere definitiv noch vor sich und kann noch einiges reissen, wenn er nur am Ball bleibt.

Ich persönlich hoffe es und würde es ihm von ganzen Herzen gönnen. Irgendwie ein verdammt sympathischer junger Mann (ich rede, als wäre ich 20 Jahre älter… naja).

Pimf – Memo:  Sehr empfehlenswert.

 

Unsere Bewertung:

Leser Bewertung:

[Gesamt:2    Durchschnitt: 4.5/5]

 

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