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Konzertbericht Toots & The Maytals – 28.06.2017 Hamburg

Toots & The Maytals in Hamburg und dass an einem schwülen Sommertag im Juni. Das kündigte im Vorfeld bereits einen schweißtreibenden feuchtfröhlichen Abend an. Zuvor stellte sich auch die Frage, ob die seit mittlerweile 50 Jahren im Musikbusiness aktiven Maytals überhaupt in der Lage sind die geräumige Fabrik in Altona zu füllen. Ja sie waren es! Eine stattliche Anzahl an Besuchern hatte sich zusammengefunden, um ihren traditionellen, vielseitigen jamaikanischen Klängen zu folgen, sodass sogar die erste Etage der Fabrik geöffnet war. Eine weitere Frage, die sich im Vorfeld auftat, ob der mittlerweile über 70 Jahre alte Frontmann Toots Hilbert noch die gleiche Energie, Dynamik und Power auf die Bühne bringen kann, die die Gruppe zu einer weltweit renommierten Live Band gemacht hat. In den letzten Jahren war es nämlich um Toots und seine Band ruhig geworden. Es heißt, dass dies auch auf einen Zwischenfall bei einem Konzert 2013 in Virginia zurückzuführen ist, bei dem der Entertainer von einer Glasflasche am Kopf getroffen wurde und sich eine Gehirnerschütterung zu zog.
Auch wenn die ersten Songs der Shows noch nicht sofort die Energie auf das Publikum transferierten, konnten sich die Zweifel an Toots etwaiger Power nicht bestätigten. Bereits nach kurzer Zeit steigerte sich die Performance. Toots überzeugte mit seiner einmaligen energiegeladenen Stimme und einer fulminanten Show voller Klassiker wie „Funky Kingston“, „Pressure Drop“, „Monkey Man“ und „Hard Times“. Im stylischen Outfit mit Kette, Sonnenbrille und Bandana zeigte er sich in bester körperlicher Verfassung. Man bekam den Eindruck, dass er Song für Song noch eine Schippe drauflegte und seine Stimmung steigerte. Genau das übertrug er auch auf das Publikum und brachte die Fabrik mit flotten Ska-Nummern gänzlich zum Schwitzen. Mit einer Coverversion von  John Denvers „Country Roads“ huldigte er seiner Heimat West-Jamaica und legte abschließend mit „54-46 That’s my number“ zu fortgeschrittener Uhrzeit noch richtig einen drauf und spielte seinen weltweit bekannten Klassiker.

Die Zusammenstellung des Publikums war an diesen Abend beeindruckend vielfältig, sowie man es selten in Hamburg bei einer jamaikanischen Show erwartet. Dies verdeutlichte einmal mehr, dass Toots mit seiner Musik über die Jahre verschiedenste Subkulturen begeistert und beeinflusst hat. Bereits Ende der 70er Jahre haben Kultbands wie The Clash unter anderem mit Coverversionen von erfolgreichen Songs wie „Pressure Drop“ den Einfluss von Toots & The Maytals unterstrichen. So war es schön zu sehen, dass an diesem Abend Rastas, Reggaefans, Skinheads, Punk Rocker, Mods, Soulliebhaber und weitere Begeisterte zusammenfanden, um einen großen jamaikanischen Veteran zu huldigen, den Revelation-Concerts an diesem Abend in der Hansestadt auf die Bühne holte.

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