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Konzertbericht Reggaeville Hamburg 05.04.2015

Autor: Marius

Bereits beim Betreten der Fabrik machte sich bemerkbar, dass an diesem Ostersonntag eine besondere Veranstaltung angekündigt war. Die Schlange am Einlass deutete als erstes Indiz darauf hin, denn mittlerweile scheint, dass das seit einigen Jahren stattfindende Easter Special des Musikmagazins Reggaeville sich einer steigenden Beliebtheit erfreut. Neben München, Berlin und Dortmund sollte Hamburg der Abschluss der 4-tägigen Tour sein.
Den Einstand machte Jesse Royal um bereits 21:15 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt waren viele Gäste gerade erst dabei die Halle zu betreten. Der Auftakt glückte nicht so recht, da der junge Jamaikaner mit einigen technischen Problemen zu kämpfen hatte. Als junger Vertreter des Reggae-Revivals, der sicherlich in Zukunft noch von sich hören lassen wird, bedurfte es etwas Zeit, die Gunst des Publikums zu gewinnen. Dies gelang aber spätestens  bei “ Modern Day Judas“ auf den 2013 bekannt gewordenen Rootsman-Riddim und mit „Gimme Likkle Herb“, der mit einem kleinen Sizzla-Cover erweitert wurde.
Nach einer kurzen Pause betrat Protoje mit der Indignation Band die Bühne, was für viele sicherlich ein Höhepunkt des Abends sein sollte. Protoje und auch die Indignation Band, die ihn regelmäßig als feste Band begleitet, genießen zurzeit einen sehr guten Ruf, der sich mittlerweile auch außerhalb der Genre-Welt herumgesprochen hat. Dieser Ruf sollte auch heute Abend bestätigt werden. Mit seinem relaxed ruhigen Flow, der durch einen Protoje typischen Groove getragen wurde, versetzte er die Fabrik bereits mit seinem Auftaktsong „I&I“ in Wallung. Neben seinen größten Hits wie „Who Knows“ sowie „Kingston Be Wise“, überzeugte er auch mit „Who Dem A Program“, „Resist Not Evil“ und einigen neuen Stücken aus seinem aktuellen Album Ancient Future. Bei „Really Like You“ erhielt er Unterstützung von der Sängerin Sara Lugo aus München, die einen gelungenen Gastauftritt ablieferte. Die Indignation Band mit ihren zwei Backgroundsängerinnen fiel besonders durch ihren gut abgestimmten Sound auf und Protoje mit der ein oder anderen Tanzeinlage. Der tanz- und energiereiche Part für diese Nacht sollte jedoch noch bevorstehen, denn es fehlte der Auftritt von Anthony B, ein Garant für eine große Show.
Nach einer längeren Umbaupause betraten zwei unbekannte Künstler die Bühne, die dem Publikum einheizen sollten, dies gelang aber aufgrund der mangelnden künstlerischen Qualitäten nicht so richtig. Von daher konnten viele den Moment nicht erwarten, als die Bonfire Band die Klänge zum „Redemption Song“ anspielte und Anthony Bs Stimme aus dem hinteren Bühnenbereich einsetzte, um als Einstieg keinem geringeren als Bob Marley zu huldigen. Vom „Redemption Song“ erfolgte ein nahtloser Übergang zu „Higher Meditation“ und Keith Anthony Blair aka Anthony B stürmte die Bühne und die Fabrik tobte. „Freedom Fighter“, „Raid Di Barn“ folgten im Anschluss und ein kollektives Durchdrehen war angesagt. Im komplett weißen Outfit, vom Sneaker bis zum Turban, sollte Anthony B als Veteran-DJ das Highlight des Abends werden, denn er feuerte ein konsequentes Feuerwerk aus vielen seiner großen Hits ab, das beim textsicheren Publikum sehr gut ankam. Ob „My Yes & My No“ als gefühlvoller Song oder „Real Warrior“ als powervolles Stück, für jeden war etwas dabei. Der große Abschluss bestand im National Anthem of Reggae-Music – „One Love“. Er beendete somit seinen Auftritt so wie er ihn begann, mit einem Song vom King of Reggae.
Ein toller Abend der schon ein wenig Freude auf den anstehenden Festival Sommer lieferte, bei dem wir für Euch dieses Jahr unter anderem vom Summerjam und dem Reggaejam berichten wollen.

Videolinks:

Reggaeville Easter Special 2015

Weitere Videos:

Jesse Royal – Modern Day Judas

Anthony B – Higher Meditation

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