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Konzertbericht Jamdown Party mit Gappy Ranks, Million Styles und Macka B – Hamburg 04.12.2015

Autor: Marius

 

Ein musikalisch interessanter Abend deutete sich bereits im Vorfeld an, denn Revelation Concerts stellten wiedermal eine feine Auswahl an Musikern zusammen, um mit ihrer Jamdown Party die Städte Dortmund, Hamburg und Berlin zu rocken. Der planmäßige Halt in Hamburg begann an diesem Freitagabend mit einer kleinen Verspätung, da sich bisher nur sehr wenige Gäste zusammenfanden. Geschätzte 250 Besucher kamen letztendlich zusammen, um in einer gemütlichen, familiären Atmosphäre den Auftakt von Gappy Ranks zu sehen.

Foto 1 Gappy Ranks

Der gebürtige Engländer mit dominikanischen Wurzeln wurde von der Dub Akom Band begleitet. Er begann mit Pumpkin Belly, wobei er sich genüsslich seinen wohlgeformten Bauch streichelte, der sich unter einem weihnachtlich anmutenden Strickpullover verbarg. Butterfly sowie Tomorrow Loves You sollten folgen, sowie weitere Lieder seines mittlerweile gut ausgestatteten Songkatalogs, der vorwiegend Reggae Songs mit einer speziellen eigenen Note enthält. Dabei ließ er auch den ein oder anderen neuen Tune ertönen, um ohne Umbaupause das Mikrofon an Million Styles zu übergeben.

Foto 2 Million Styles

Der Musiker aus Schweden erinnerte mit seinem Bart und dem tief ins Gesicht gezogenen Fischerhut etwas an den jungen Tilmann Otto aka Gentlemen in den Anfangstagen seiner Karriere. Sein Style und sein Gesang unterstrichen diesen Eindruck. Nichtsdestotrotz legte Million Styles einen individuellen Auftritt hin und belegte, dass er weit mehr auf dem Kasten hat, als auf den Dance Hall Hit Miss Fatty reduziert zu werden. Sein Auftritt war geprägt von Roots Songs, flotten Dance Hall Tunes und einer spürbaren Harmonie zu der Dub Akom Band. Dies hatte zur Folge, dass die Stimmung einen deutlichen Anstieg erhielt. Mit World Crisis und Everyday auf den jeweils gleichnamigen Riddim, sowie einer Cover Version von John Holts Police in Helicopter überzeugte er genauso wie mit Revelation Time auf dem Way Back Riddim. Die Dub Akom Band, die sich auch als Riddim Produzent einen Namen gemacht hat, lieferte den Abend über eine solide Unterstützung und spielte dabei einige ihrer eigenen Produktionen.

Foto 3 Million Styles

In der Zwischenzeit des Bühnenumbaus, gab sich Gappy Ranks am DJ-Pult die Ehre und gab eine kleine Soundsystemshow zum Besten. Diese ging leider durch eine schlechte Abstimmung der Lautstärke etwas unter.

Langsam rückte das Highlight des Abends in greifbare Nähe, der Auftritt von Macka B und seinem typischen UK-Steppers Sound.

Macka B – Step Up – Hamburg 05.12.201

Der in Großbritannien aufgewachsenen Jamaikaner legte mit der Roots Ragga Band und dem Song Step Up direkt kräftig los. Das Publikum dankte es ihm. Es zeigte sich tanzfreudig und motiviert für den 90 minütigen Auftritt des Mannes in afrikanischer Tracht, der in seinen Songs zu gerne Missstände anprangert und zu einem bewussteren Lebensweg aufruft. Mal gab es einen Seitenhieb an die Fastfood Industrie mit Don’t Want No Big Mac und seinem Bekenntnis zu einer veganen Ernährung. Dann gab es gleich dreimal die Forderung für eine legale Freigabe von Cannabis im Zuge der Lieder Ganja, Natural Herb und Medical Marijuana Card. Auf die aktuellen Probleme vieler Menschen, die aus ihrer Heimat flüchten müssen, machte Macka B in dem Lied Back Off aufmerksam. Dabei forderte er „Don’t Blame The Refugees“ und warnte vor dem erstarken rechter Parteien in Europa. Damit zielte er u.a. auf die französische rechte Partei Front National um Marine Le Pen ab, die aktuell nach den jihadistischen Anschlägen von Paris einen hohen Zulauf erhält.

Foto 4 Macka B

Nachdem der gesellschaftskritische Part verdaut war, widmete sich Macka B wieder seiner Leidenschaft dem Roots Ragga. Als Zugabe stellte er seine Verbundenheit zu Vinylschallplatten, die mit 45 Umdrehungen pro Minute laufen, klar. Der Song Never Played a 45 steht dabei gleichzeitig für den Titel seines kürzlich erschienen Albums, mit dem Macka B seinem Stil treu geblieben ist, und seinem neusten Hit. Damit lieferte er seinen Fans ein neues Werk, das seine Rolle als einen der wichtigsten Reggae-Musiker in Großbritannien unterstreicht. Die meisten Gäste in der Fabrik sollten diesen Eindruck teilen und konnten auf einen gelungenen Abend zurückblicken mit einer flotten Mischung aus Reggae/Dance Hall von Million Styles und Gappy Ranks sowie Macka B und der Roots Ragga Band.

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