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Interview mit Marta Jandova von Die Happy

Marta Jandová, Sängerin von Die Happy, hat uns kurz vor ihrem Konzert im Hamburger Docks am 30.12.2013 ein paar Fragen beantwortet.
Bei unserem letzten Interview warst du gerade im Projekt Popstars integriert. Wie war das Projekt rückblickend für dich?

Marta: Rückblickend fand ich das sehr gut. Ich habe auch erst kürzlich darüber nachgedacht, weil ich in Tschechien das Angebot bekommen habe bei „The Voice of CzechoSlovakia“ mitzumachen. Da werde ich nächstes Jahr mit dabei sein. Ich habe darüber nachgedacht was für eine Rolle ich als Jurymitglied bisher gehabt habe. Ich hatte noch nie eine richtige Rolle als Jurymitglied, ich war keine die super Sätze sagt oder alle zum Lachen bringt. Ich war wirklich immer sehr heftig am Quatschen dabei. Ich hab mir immer gewünscht den Leuten helfen zu können, das konnte ich bisher als Jurorin nicht. Ich konnte zwar loben oder kritisieren, aber nicht wirklich coachen. Und es freut mich dass man bei The Voice mehr coachen kann.
Was ist es für ein Gefühl, die 1000. Show gespielt zu haben?

Marta: Das war das Geilste überhaupt. Ich habe das gar nicht geglaubt und ich kann auch nicht glauben dass wir im laufenden 20. Die Happy Jahr sind. Wir haben 4 Stunden gespielt, 1,5 Stunden Unplugged und 2,5 Stunden Rock mit ganz vielen Gästen, das war echt mega. Wir haben ein Tag davor die Generalprobe zu diesem Konzert gespielt und ich habe mich dabei gefragt, wie soll ich das morgen noch toppen?

Ist es anstrengend sich selber zu supporten?

Marta: Ich fand’s geil, weil manchmal wenn man eine Vorband wählt, hat man die Verantwortung dem Publikum was Gutes zu bieten. Wir hatten schon mal eine geile Band aus England und keiner hat die gemocht, weil die zu schräg waren. So wusste ich, wir bieten den Leuten etwas, was sie auch interessiert.

Wie ist es für dich nach fast einem Jahr wieder mit den Jungs auf der Bühne zu stehen?

Marta: Wir haben uns gerettet, wir haben uns 10 Monate nicht gesehen. Die haben mich nicht mal in Prag besucht. Ich musste 3,5 Monate mit den Füßen nach oben auf dem Sofa liegen, damit ich mein Baby nicht verliere und die haben mich nicht mal besucht. Und dann lag ich da, hab gelesen , Filme geguckt, Spiele am Laptop gespielt und die Jungs kamen nicht vorbei. (lacht) Aber nein, ich versteh es vollkommen, die haben alle super viel Arbeit und ich hatte sozusagen Urlaub. Aber ich muss ehrlich zugeben, es kam mir gar nicht so lange vor. Als wir uns gesehen haben, war das auch nicht so „Oh Gott erzähl, was ist in deinem Leben passiert“, das war als wäre da gar kein Loch und wir hätten uns vor ein paar Wochen zuletzt gesehen, nur Jürgen hatte Freudetränen in den Augen.

Wie ist es, die Kleine mit auf Tour zu haben?

Marta: Da es zum ersten Mal ist, etwas anstrengend. Nicht physisch, sondern eher so psychisch, obwohl der Papa mit ist. Der sitzt immer jede Nacht im Hotel und wenn etwas ist und sie die Augen aufmacht, ist der zweitliebteste Mensch auf Erden für sie da. Trotzdem, weil es mein erstes Baby für mich ist und ich schon eine ältere Mama bin, mache ich mir schon Sorgen. Als sie zum ersten Mal geflogen ist, dachte ich mir, was ist wenn jetzt Ihre Öhrchen so weh tun und das ist nur wegen mir, weil ich einen „scheiß Job“ hab. Das Geile war dann aber, dass sie sogar beim Landen eingeschlafen ist, wo die meisten Babys schreien. Ich stresse mich selber sozusagen manchmal, sie ist vollkommen in Ordnung. Die erste Nacht ist sie zwar ein paar mal aufgewacht, weil sie nicht in ihrem eigenen Bettchen lag, aber mittlerweile ist das mehr so „ach so, cool, schönes Hotel“. Eigentlich echt ein super cooles Mädchen.
Am 28.02.2014 erscheint euer neues Album „Everlove“. Was können die Fans erwarten?

Marta: Auf jeden Fall eine gute Portion von alten Die Happy. Ich meine unseren Stil werden wir nie verändern, so haben wir uns kennengelernt, so haben wir uns gegründet, so haben wir die letzten 20 Jahre gelebt, solche Musik lieben wir auch. Ich kann nicht sagen ob’s härter ist oder weicher, da sind schon ziemlich viele weiche Lieder bei, aber es rockt weiterhin. Klar sind ein paar Texte eher über mein Baby. Viele denken dann wahrscheinlich, ach das ist voll das Liebeslied. Es sind schon so Liebeslieder, aber geschrieben halt für sie.

Deswegen auch der Titel „Everlove“ für das Album?

Marta: Ja, genau.

Ihr habt das Album über Pledgemusic finanziert. Wie kamt Ihr auf die Idee das Ganze darüber zu machen?

Marta: Das war Thorstens Idee. Das ist tatsächlich in der Zeit entstanden, als ich im Krankenhaus war. Ich habe natürlich davon gehört und fand das super geil. Wir waren uns ziemlich sicher, dass das gut anlaufen würde, weil wir in den letzten 20 Jahren wirklich so viele treue Fans angesammelt haben. Wir wussten allerdings nicht, dass es so gut anlaufen würde, dass wir nach gut einer Woche fast die 100% erreicht haben. Wir sind den Leuten auch sehr dankbar. Ich denke das wird in der Zukunft auch für einige Bands der Weg sein. Ich weiß nicht, wie das für neue Bands ist, wenn man noch keine große Fangemeinde hat, aber für solche Bands wie uns ist es, glaube ich, die perfekte Sache.

Hat die Schwangerschaft den Prozess der Albumentstehung beeinflusst?

Marta: Ja, ich hatte eigentlich geplant mehrere Sessions mit den Jungs gemeinsam zu machen, aber dadurch dass der Arzt sagte hinlegen und nicht aufstehen war’s natürlich ein bisschen schwer. Aber in den Zeiten vom Internet musste es irgendwie funktionieren. Die Jungs haben Ideen geschickt, ich habe irgendwas ins Handy reingeträllert, zurückgeschickt, die haben es kritisiert, umgeändert und geschickt, ich habe es kritisiert, umgeändert, geschickt und irgendwann haben wir uns dann da getroffen, wo wir es haben wollten. Ich hab die Gesänge im Studio von meinem Vater in Prag aufgenommen und die Jungs in Deutschland. Ist ein ganz neuer Weg, wie das Album entstanden ist, eben weil ich Tschechien nicht verlassen durfte.

Beende bitte folgende Sätze…
Festivals sind im Vergleich zu Clubshows,…
Marta: …viel luftiger, allerdings muss man auch Fans ansprechen, die einen gar nicht mögen.
Revolverheld sind,…
Marta: …Kumpels
Meine Bandkollegen sind,…
Marta: …die geilsten auf dieser Welt! Sind meine besten Freunde.
Wenn ich nicht Sängerin geworden wäre, wäre ich…
Marta: …Dolmetscherin.

Die letzten Worte gehören, wie immer, dem Künstler und du darfst sagen, was auch immer du möchtest.

Marta: Das Leben auf Erden ist schön und ich finde, dass die Menschen immer skeptischer, immer trauriger und pessimistischer werden und deswegen würde ich gerne sagen: Liebe Leut, denkt positiver , das Leben lohnt sich, aber wir machen es uns zu dem wie es ist. Wenn wir ständig meckern, wird unser Leben beschissen sein. Wenn wir uns aber auf Sachen freuen und auf Schönes hoffen, wird es auch so aussehen.

Vielen Dank Marta, dass du dir für das Interview kurz vor dem Konzert Zeit genommen hast.

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