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Festivalbericht: Reggae Jam – 28.-30.07.2017 Bersenbrück

Das Reggae Jam öffnete dieses Jahr vom 28. bis 30. Juli bereits zum 23. Mal seine Pforten. Innerhalb von drei Tagen wurde die niedersächsische Kleinstadt Bersenbrück zu einem Pilgerort für Reggae-Liebhaber aus der ganzen Welt. Eine Mischung aus Reggae, Dancehall und Dub auf den Bühnen ließ wie in den vergangenen Jahren das Herz aller Besucher aufblühen und verzauberte den Klosterpark mit seinen zwei Bühnen zu einer idyllischen Konzertkulisse. Das Reggae Jam, das sich mittlerweile europaweit einen Namen gemacht hat, wurde von der Leserschaft des Riddim Magazins berechtigt zum wiederholten Male als bestes Reggae Festival Europas gekürt und steht somit unangefochten auf dem ersten Platz für alle Reggae-Experten und -Liebhaber.

Mit ca. 20.000 Personen ist eine bunte Vielfalt an Besuchern geboten, was letztendlich zu der einmalig angenehmen ausgelassenen und familiären Atmosphäre des Reggae Jams führte. Zwischen den aus der Ferne angereisten Artists und Gästen ist das Festival auch regional sehr beliebt, was den Wohlfühlfaktor sowohl in der Stadt Bersenbrück als auch im Klostergarten steigerte.

Reggae Jam Veranstalter Bernd Lagemann hat auch in diesem Jahr mit der Auswahl an erlesenen Newcomern sowie Reggae-Größen die Erwartungen übertroffen und ausschließlich Reggae- und Dancehall-Künstlern eine Bühne im Rahmen des familiären Festivals geboten.

Zur späten Stunde luden das Dancehall-Tent und das Dubcamp mit Soundsystem-Shows zum Tanzen durch die Nacht ein. Abkühlung von den heißen Vibes fanden die Besucher tagsüber im Fluss Hase und im Bersenbrücker Freibad.

eek a mouse marla brown

Neben den vielen Reggae-Urgesteinen wie z.B. Eek A Mouse, legte Marla Brown als Newcomerin am Freitagnachmittag ihre Reggae Jam Premiere ab und eröffnete das Festival. Die junge Jamaikanerin, die in diesem Jahr erstmalig auf deutschen Bühnen unterwegs ist, sollte an diesem Festival Wochenende nicht nur die einzige weibliche Newcomerin sein, sondern insgesamt die einzige weibliche Protagonistin auf der Main Stage. Im Vorfeld wuchs die Vorfreude einige Cover Versionen von der jüngsten Tochter der Reggae-Legende zu hören und natürlich auch einige von Marlas eigenen Produktionen, wie Songs von der kürzlich erschienen Survivor EP. Diesen Erwartungen kam Marla in jeder Hinsicht nach und lieferte mit Dennis Browns Revolution einen tollen Konzertauftakt, bei dem sie sofort einige Ohren aufhorchen ließ. Einen Gastauftritt erhielt Ras Muhamad beim Song Zion und unterstützte Marla mit einem energiegeladenen Dancehall Part. Marla dagegen überzeugte mit einer beschwingten und rootsgeladenen Show sowie ihrer intensiven Stimme. Man darf gespannt sein, wie sich ihre Karriere weiterentwickeln wird und ob sie es schaffen wird als eigenständige Künstlerin, außerhalb des Schattens ihres Vaters, wahrgenommen zu werden. Das Potenzial und die musikalische Ausbildung bringt sie auf jeden Fall mit, von daher wird sie sicher im nächsten Jahr wieder auf hiesigen Festivals anzutreffen sein und mit weiteren eigenen Songs ihre Fangemeinde erweitern.

 

Ebenfalls überzeugte Tóke mit seinem Mix aus Reggae, Singer-Songwriter und Soul. Der Hamburger mit indonesischen Wurzeln lieferte am Samstagnachmittag erstklassige Vibes für einen guten Start in den Tag. Sein Song Frizzle wurde wie sein gesamter Auftritt vom Publikum begeistert aufgenommen und bei seinem aktuellen Song Open the World erhielt nochmals Ras Muhamad Bühnenzeit für ein gelungenes Feature.

toke feat ras toke

 

Tókes im norddeutschen Raum gewachsene Fanbase sorgte textsicher für eine tolle Atmosphäre und steckte das restliche Publikum förmlich an. Das Tóke trotz seines zweiten Auftritts innerhalb von drei Jahren auf der Hauptbühne noch bodenständig geblieben ist, stellte er mit einer Jamsession auf der Zeltplatzbühne von Da Sandwichmaker unterbeweis und sorgte für zusätzliche Sympathiepunkte. Es ist davon auszugehen, dass Tóke weiterhin seinen Namen über den norddeutschen Raum hinaus ausbauen wird. Bei einem Gastauftritt in Jamaika soll er sich bereits Gehör beim dortigen Publikum verschafft haben und wir hoffen, dass Tóke auch in Zukunft vermehrt auf sich aufmerksam machen wird.

 

Weitere Highlights am Samstag waren der Auftritt von Chris Martin und der geschichtsträchtige Soundclash zwischen den Reggae-Urgesteinen David Rodigan und King Jammy. Beide gaben eine Auswahl ihrer Dubplates zum Besten, um das Publikum auf ihre Seite zu ziehen. Vor allem Liebhabern wurde eine breite Palette von Foundation-Tunes geliefert, die es in dieser Form selten zu hören gibt und schlussendlich verließen beide Legenden als Gewinner die Bühne.

 

Das krönende Finale am Sonntagabend gehörte Anthony B, Cham und Ky-Mani Marley mit einer jeweils stimmungsvollen Show und erstklassigen Auftritten.  Leider fielen die drei besagten Künstler auf den späten Sonntagabend, an dem bereits einige Besucher Bersenbrück verlassen hatten. Das tat jedoch der Stimmung keinen Abriss und das noch anwesende Publikum packte letzte Energien aus, um das Reggae Jam würdig zu beenden.

Nach diesem genialen Wochenende freuen wir uns schon auf das Reggae Jam 2018 und wünschen Euch noch viele sonnige Tage für den restlichen Festivalsommer!

reggaejam 2018

www.reggaejam.de

Special Thanks to Stephan Haas von Roots Rebel Sound für die schicken Fotos!

 

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