MENÜ
Suchen

Eisbrecher, Hyde Park Osnabrück

Autor: Karsten

 

 

Eisbrecher, Hyde Park Osnabrück, 07.11.10

Sonntagabend, was macht man da, wenn einem langweilig ist? Genau Lindenstraße gucken. Jeder andere der gute Musik hören wollte, ist in den Hyde Park in Osnabrück gefahren. Dort haben sich Eisbrecher die Ehre gegeben. Derjenige der Eisbrecher nicht kennt, dem sei gesagt, das ist die neue Band des Ex Megaherz Frontmann Alexx. Musikalisch machen sie Neue Deutsche Härte, was das sein soll, später mehr.

Also angekommen an der Halle, gleich der erste Schock. Nichts los. 20 Leute, wenn ich das Personal mitrechne. 19 Uhr Einlass und es wurde auch nicht besser. Kurzer Stopp am Tresen und als ich mich umdrehte waren doch glatt mehrere Menschen da. Und pünktlich um 20 Uhr gaben sich dann auch ZIN aus Leipzig das Vergnügen. Komische Band mit komischen Leuten die komische Musik machen. Ja ich weiß hier kam sehr oft das Wort komisch vor, aber das war wirklich so. Hier kann sich jeder selbst von der Band überzeugen (http://zin-music.de/index.php?menuid=26 ). Es gab auch kaum Applaus für die Band und ich weiß nicht wie man einer Band noch deutlicher klar machen soll, das sie schlecht ist und besser gehen sollen. Naja ich war auf jeden Fall nicht der Einzige mit der Einstellung, das hat mich dann sehr beruhigt. Nach 40 Minuten hatte das Trauerspiel dann ja auch ein Ende. Und siehe da, die Halle war für einen Sonntagabend verdammt voll und somit stand einem guten Abend nichts mehr im Wege.

21 Uhr, Licht aus, Eisbrecher auf die Bühne. Ganz Stilvoll kam die Band in voller Pelzmützen und Winterjacken Montur auf die Bühne und legten auch gleich los. Nach dem Einzug, wurde die warme Kleidung nachvollziehbar abgelegt und es ging mit dem Song Eiszeit los. Und genau an diesem Punkt habe ich verstanden, warum diese Musikrichtung Neue Deutsche Härte heißt. Wenn ich es in einen Satz fassen soll dann wohl so: Stampfende deutsche Texte mit dumpfer Musik und einem Hammer harten Bass und Schlagzeug.

Die Gitarristen schleudern dem Publikum eine solche Härte und Aggressivität entgegen, das selbst Manson aussieht wie ein kleiner Junge. Und es klang zehn Mal härter als auf CD. Gepaart mit Alexx seinen steifen Bewegungen, passt da einfach alles zusammen. Liedertechnisch gab es einen Querschnitt durch die dreiAlben und es war egal, was die Herren da oben angestimmt haben, jeder Song kam an und wurde aus ganzer Kehle mitgesungen, geschrien oder gebrüllt. Kurz war ich verwundert, als mitten im Konzert alle von der Bühne gingen und nur Alexx und Gitarrist Jürgen mit Akustikgitarren oben blieben. Das hatte dann zur Folge, dass erst „Tränen lügen nicht“ angestimmt wurde und das direkt in das „Niedersachenlied“ überging. Hier mal das Hörbeispiel (http://www.youtube.com/watch?v=eufZ91FeFzs&feature=related ). Sehr lustig. Kurz danach kam dann die Band auch wieder komplett auf die Bühne und es ging weiter. Wie gesagt sehr dumpf, sehr stampfend, sehr viel helles Licht und dann nach 60 Minuten war leider schon wieder alles vorbei. Schnelle Verschnaufpause und dann kam die Blue Man Group auf die Bühne. Kein Scherz – die Jungs standen alle auf der Bühne und jeder hatte ein Ölfass vor sich. Beim folgenden Song, trommelten alle vier Bandmitglieder im Takt dann auf besagten jeweiligen Fas und dazu Alexx Gesang. Sah ganz synchron aus und gelungen. Ein wenig erinnerte es mich an das Peter Fox Video Alles Neu. Naja und da wir uns dann schon in der Zugabe Phase befanden, wurde auch meine Frage geklärt, warum Eisbrecher ein Shirt mit dem Aufdruck Miststück verkaufen? Jeder der sich jetzt fragt, was will er von uns, dem sei gesagt, Miststück ist ein Song der Band Megaherz und Alexx war früher nicht so wirklich warm mit diesem Song. Naja kurze Rede hier, es gab Miststück als Zugabe. ABER etwas schneller gespielt als im Original, mit einer Hip Hop Einlage, Rosen verteilen an die Damen in der ersten Reihe und einem Speedmetal Abgang zum Ende des Songs. Hammer geil.

Mein Fazit zu diesem Abend: Man sagte früher immer Megaherz sind der Klon von Rammstein und wollen nur auf der Welle mit schwimmen. Was ja bekannterweise Blödsinn ist. Denn wer hier wessen Vorbild ist, das schreiben die Geschichtsbücher. Alexx ist bei Megaherz raus und hat Eisbrecher gegründet. Hat sich musikalisch verbessert, ist härter geworden, noch besser, einfach perfekt. Eisbrecher beschränken sich auf das Wesentliche – die Musik und die Texte. Eisbrecher muss man einfach mal live gesehen haben. Man vergisst zwei Stunden am Abend einfach alles um sich her rum und das hat Spaß gemacht. Danke Alexx Danke der Band für diesen geilen Abend.

 

 

 

Kommentar verfassen